Die Bürgschaftsversicherung: Wer sie braucht, was sie schützt und welche Unterschiede es zu einer Bankbürgschaft gibt.

Eine Bürgschaftsversicherung, oder auch Kautionsversicherung, bietet sich für alle Betriebe an, die Bürgschaften stellen müssen. Insbesondere aber für Unternehmen aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Hier werden in der Regel Bürgschaften verlangt, da große Mengen an Geld zwischen den Vertragspartnern fließen. Versichert werden können beispielsweise:

  • Gewährleistungsbürgschaften als Absicherung von Mängelansprüchen des Auftraggebers.
  • Ausführungsbürgschaften als Sicherheit für die vertragsgemäße Auftragsausführung.
  • Vertragserfüllungsbürgschaften als Sicherheit für die ordnungsgemäße Erfüllung des Werkvertrages gegenüber dem Auftraggeber.
  • Anzahlungsbürgschaften als Sicherheit für den Auftraggeber für geleistete An- oder Vorauszahlungen.
  • Bietungsbürgschaften als Sicherheit zur Erfüllung der Ausschreibungsbedingungen gegenüber dem potenziellen Auftraggeber.

Mit einer Bürgschaftsversicherung wird sowohl der Auftraggeber als auch das Unternehmen, welches den Auftrag ausführt, abgesichert. Das ist ein großer Vorteil, denn nicht nur der Auftraggeber (beispielsweise beim Hausbau) investiert eine Menge Geld, sondern auch der Bauträger, der für die Materlialien in Vorauszahlung gehen muss. Als Vorüberlegung, ob eine Bürgschaftsver- sicherung im individuellen Fall Sinn macht, helfen diese fünf Fragen:

  1. Werden Sicherheiten gefordert? Wenn ja, in welcher Höhe?
  2. Welches Vorhaben soll durch die Bürgschaftsversicherung geschützt werden?
  3. Wird nur eine einmalige Bürgschaft vereinbart odermacht es Sinn eine dauerhafte Bürgschaftslinie eingerichtet werden?

Was nun allerdings die Vorteile der verschiedenen Bürgschaftsarten sind, soll diese Tabelle veranschaulichen.

Bürgschaftsversicherung

  • Besteht bereits ein Versicherungsverhältnis, kann eine Bürgschaftsversicherung ganz einfach über den Betreuer abgeschlossen werden.

  • Der Rahmen der Bürgschaft wird vertraglich genau abgesteckt.

  • In der Regel ist die Bürgschaftsurkunde einen Tag nach der Beantragung bei Ihnen.

  • Es besteht wenig bis keine Auswirkung auf die Liquidität eines Unternehmens. Eine Zahlungsverpflichtung tritt erst ein, wenn die Bürgschaft tatsächlich in Anspruch genommen wird.

  • Bei einer sehr hohen Bürgschaftssumme kann es durchaus dazu kommen, dass eine Sicherheit von ca. 1/3 der Bürgschaftssumme verlangt wird. Bei Unternehmen mit einer guten Bonität fällt allerdings sogar dies zum Teil weg.

  • Versicherungsbeitrag zwischen 0,4- und 3 Prozent der Bürgschaftssumme.

Bankbürgschaft

  • Eine Bankbürgschaft kann unkompliziert bei der Hausbank beantragt werden.

  • Die Bürgschaft ist flexibel einsetzbar.

  • Die Abwicklung dauert z.T. bis zu 14 Tage, da die Kreditwürdigkeit geprüft werden muss.

  • Die Kreditlinie bei der Bank, als auch die Bonität des Unternehmens wird belastet. Die Bankbürgschaft wird wie ein vollwertiger Kredit gewertet.

  • Mindestens 2/3 der Bürgschaftssumme muss mit Betriebskapital abgesichert werden, was zu einer Kapitalbindung führt.

  • Avalprovision zwischen 1,5 – und 5 Prozent der Bürgschaftssumme