Was bringt der Firmenvertragsrechtsschutz? Wer braucht ihn und was ist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen?

Die Situation, dass ein Kunde nicht zahlen will, da ein angeblicher Fehler vorliegt, ist keine Seltenheit. Ein darauffolgender Rechtsstreit ist teuer und langwierig. Was viele nicht wissen, ist, dass eine Streitigkeit über vertragliche Uneinigkeiten nicht mit der normalen Firmenrechtsschutzversicherung abgedeckt ist. Der Firmenvertragsrechtsschutz ist speziell für das Baunebengewerbe von besonderer Bedeutung. Diese Versicherung schützt Sie im Falle der gerichtlichen Interessenwahrnehmung aus schuldrechtlichen Verträgen über Warenlieferungen oder Dienstleistungen des Betriebs, welche Sie unmittelbar mit Ihrer Tätigkeit erbringen. Hierzu gehören Rechtsstreitigkeiten mit Kunden oder Lieferanten – beispielsweise aufgrund mangelhafter Lieferung von verkauften oder gekauften Waren oder erbrachter Werkleistungen.

Mit dem Firmenvertragsrechtsschutz erhalten Sie eine Komplettabsicherung im Falle von Vertragsstreitigkeiten mit Kunden, Lieferanten und anderen Partnern. Natürlich sind auch die sonstigen Hilfsgeschäfte mit erfasst. Im Regelfall ist eine solche Zusatzversicherung für Betriebe mit maximal 20 Mitarbeitern und einem Höchstumsatz von vier Millionen Euro ganz einfach zubuchbar.

Sollte das Unternehmen mehr Mitarbeiter haben, einen höheren Umsatz verbuchen oder einfach ein schlankeres Paket an Leistungen buchen wollen, sind einzelne Zusatzleistungen eventuell die bessere Lösung:

  • Hilfsgeschäfte: Verträge, die sich auf Büro-/Betriebsräume sowie deren Einrichtung beziehen

  • Dienstleistungen: Catering, Eventmanagement, Aktenentsorgung, Werbedienste

  • Gewerbliche Versicherungen: Alle Versicherung des versicherten Unternehmens

  • Investitionsgüter: Verträge über den Kauf/Leasing/Wartung/Reparatur von Maschinen, Werkzeugen sowie von Daten- und Informationsverarbeitungsanlagen sowie die dazugehörige Software

Wichtig zu wissen ist auch, welche Gegebenheiten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind:

  • Streitigkeiten aus Versicherungsverträgen,

  • Streitigkeiten aus dem Bereich des Handelsvertreterrechtes und des Maklerrechtes,

  • Streitigkeiten in ursächlichem Zusammenhang mit behördlichen Ausschreibungsverfahren,

  • Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem gewerblichen Handel mit Kfz

  • Streitigkeiten von im selben Rechtsschutzvertrag versicherten Partnern eines Betriebes untereinander im ursächlichen Zusammenhang mit diesen Rechtsgemeinschaften, auch nach deren Beendigung,

  • Streitigkeiten aus Verträgen des Versicherungsnehmers als Generalunternehmer mit einem Auftragswert von mehr als 15.000 EUR,

  • Streitigkeiten aus Verträgen zwischen dem Versicherungsnehmer und Generalunternehmen mit einem Auftragswert von jeweils mehr als 15.000 EUR.

Für ein besseres Verständnis, was eine solche Zusatzversicherung bringt zum Schluss noch ein kleines Beispiel:

Ein Fachbetrieb für Parkettböden erneuert für eine Gemeinde den Boden des großen Sitzungssaals. Der vereinbarte Werklohn beläuft sich auf 15.000€. Der Auftraggeber zahlt einen Vorschuss von 6.000€. Nach Abschluss der Arbeiten bleibt die Zahlung der Restsumme trotz schriftlicher Mahnung mit Fristsetzung aus. Die Parkettfirma muss die Forderungen im Rahmen eines offiziellen Mahnverfahrens geltend machen. Dank des optional integrierbaren Firmenvertragsrechts­schhutz­es übernimmt die Versicherung die Kosten des Mahnbescheids sowie die Kosten der gerichtlichen Auseinandersetzung über zwei Instanzen. Bei der marktüblichen Regulierung in der Baubranche besteht kein Ver­si­che­rungs­schutz.

Gerne sehen wir uns Ihre Verträge an und beraten Sie, welche Zusatzbausteine sich für Sie lohnen.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!